Stefan Seyfarth - Dreck auf Schnee (Gedichte 2007 - 2017)

Stefan Seyfahrt, 1977 in Zeulenroda geboren, schreibt nicht nur beobachtetes lyrisch nieder, er ist auch noch Erzieher, Diplomforstwissenschaflter, Ex-Spätshopverkäufer und noch so manches mehr. Sein erster Gedichtband („Dresden Dilemma“) erschien 2004 noch im Verlag Voland & Quist. Im neuen Band verbeugt sich Seyfahr vor anderen Dichtern wie Peter Hacks oder Robert Gernhardt, aber allen voran: Peter Rühmkorf. Das geht sogar soweit, dass man, und das ganz angehm, in den Gedichten auch häufiger den typisch Rühmkorfschen Plauderton entdeckt - und genießt. „hie und da sitz noch was zartes nicht mehr frisch, doch auch nicht welk ich verrauche mein gespartes und vernebel mein gebälk.“ (aus „dresdner herbst“) Neben dem vertrauten „Du“, das in den Gedichten vorherrscht, eint auch beide, also Rühmkorf und Seyfahrt, dass in den Betrachtungen immer so ein „Wir“ mitschimmert. Soll heißen: Beim Dichten denkt der Schreiber bereits ans Publikum und nimmt es auch mit und pocht uns mit seiner Dichtung an unsere Türen zum Gewissen und zum Herzen. Denn nicht nur das eigenen Altern treibt Seyfartj um, sondern auch der Wert von Dichtung in der Zeit. Und: der Hass im Osten der Republik („dreck auf schnee“, „lebhafter ostwind“). Er besieht sich mitteilend sein Dresden und klingt darin mehr melancholisch und auch mal verbittert, denn optimistisch. Und er weiß, die Gesellschaft, sie macht keinen Halt am Dichtertor. Stefan Seyfahrt lässt sie ein bisschen ein - und gibt zurück. Uns. Heiter & Ernst.
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